Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.
Arbeitsring Lärm der DEGA
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ald@ald-laerm.de
An dieser Stelle finden Sie in den kommenden Monaten Fundstücke effektvoller Aussagen, Aufforderungen, Hinweise und Wünsche zum Thema Lärm im alltäglichen Leben.
Manche Dinge, so scheint es, tragen ihren Namen eher als Alibi …. So empfindet es zumindest ein:e unbekannte:r Künstler:in in Kassel.
Braucht man(n) wirklich einen Laubbläser zum Entfernen von Laub oder geht es vielleicht auch darum aller Welt kundzutun: Hier arbeitet Mann? Und: Hier arbeitet Mann richtig, hier arbeitet Mann professionell!
Das bloße Beseitigen der „Blattorgane von Laubbäumen und Sträuchern“ - so die Definition laut Wikipedia - lässt sich für den Hobbygärtner auch sehr gut mit einer klassischen Harke bewerkstelligen.
Zugegeben: Die sieht nicht so trendig aus wie das neueste Modell des Laubbläsers. Aber dafür fällt sie nicht unter die 32.BImSchV. Und vielleicht wird das ja der neue Trend: Gärtnern mit weniger Lärm, dafür mit mehr Muskelkraft.
Man(n) kann es sich ja mal überlegen.
Schon Wilhelm Busch wusste „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil stets sie mit Geräusch verbunden“ – und traf damit eine wichtige Unterscheidung, die Generationen von Lärmschützern nach ihm umtrieb und immer noch umtreibt.
Mein eigener Gesang, der für mich wie Jauchzen und Frohlocken klingt, ist für andere schon Lärm. Das mag an den Sangeskünste liegen. Oder an dem, was gesungen wird. Oder wo gesungen wird. Oder wann gesungen wird. Oder an beliebiger Kombination von alldem.
Was Musik ist, was Lärm, was erwünscht und unerwünscht – liegt fast immer im Auge des Betrachters. Pardon: im Ohr des Hörers. Ebenso wie die Ruhe, die manchmal auch bei Musik einkehrt, aber vielleicht nicht bei schwererträglicher Stille.
Insofern ist ‚Lärmschutz‘ eine hohe Kunst, die nicht nur Wissen über Physik bedarf, sondern zu einem großen Teil auch über Menschenkenntnis.
Für den unbekannten Künstler dieses Werkes scheinen Zigaretten Schall und Rauch zu sein.
So wie das genussvolle Einatmen und mitunter kunstvolle Ausstoßen von in Kringel und Wölkchen geformtem Rauch dem rauchenden Menschen eine kleine Verschnaufpause vom hektischen Alltag verschafft, so gehört auch der gepflegte verbale Austausch mit anderen Menschen zum Rauchen dazu.
Wo dies nicht im stilvollen Zigarrenzimmer oder im heimischen Rauchersalon geschieht, kann das für die (gerade) nicht rauchenden Mitmenschen in der Umgebung unter Umständen nervig sein.
Der Rauch scheint in diesem Fall nicht das Problem zu sein, sondern eher die Kommunikation dabei.
Wie in vielen anderen Lebensbereichen gilt hier: weniger ist mehr.
Weniger Lautstärke sorgt für mehr Akzeptanz.
Im Idealfall geht beides: die einen frönen dem genussvollen Rauchen, die anderen dem ruhevollen Genuss.